Von 2021 an lagerten wir einen Teil unserer Fässer in der Festung Grynau. Das Projekt brachte besondere Bedingungen für die Reifung mit sich und verlangte regelmässige Kontrollen. Die Lagerung in der Festung mussten wir inzwischen beenden. Dieser Beitrag blickt auf die dokumentierten Stationen zurück.
Die Idee: Fassreifung unter anderen Bedingungen
Im Austausch mit Spöwa Whisky Tasting und der Werkgruppe Festung Grynau entstand die Idee, Whisky in einem Naturstollen zu lagern. Die gleichmässig tiefe Temperatur und die hohe Luftfeuchtigkeit unterschieden sich deutlich von unseren bisherigen Lagerorten. Wir wollten beobachten, wie sich die Fässer und ihr Inhalt unter diesen Bedingungen entwickeln.
Presseberichte zum Projektstart
Schon vor der ersten Einlagerung wurde das gemeinsame Projekt von Speer-Braui, Spöwa Whisky Tasting und der Werkgruppe Festung Grynau in der regionalen Tagespresse aufgegriffen. Ende Dezember 2020 erschien der erste Pressehinweis zum Speer-Whisky; Anfang Januar 2021 folgte die Berichterstattung in der Linthzeitung.
- March Anzeiger, 29. Dezember 2020: Berichterstattung zum Projekt Festungswhisky.
- Linthzeitung, 5. Januar 2021: Titelseite und Bericht zum Projektstart.
Diese Veröffentlichungen begleiteten den Beginn unserer Fasslagerung in Grynau. Die nachfolgenden Abschnitte dokumentieren, wie sich das Projekt vor Ort weiterentwickelte.
10. Januar 2021 · Das erste Fass
Am 10. Januar 2021 um 10:01 Uhr kam das erste Fass in die Festung: Fass Nummer 2 mit 50 Litern Fassvolumen und Whisky vom Jahrgang 2020. Der Weg führte zunächst zur Festung hinauf und anschliessend durch den Stollen an den Lagerplatz.
Das Fass hatte bereits mehrere Vorbelegungen: Es war aus einem Rotweinfass neu aufgebaut worden, hatte den Speer-Whisky 2017 enthalten und danach für 77 Tage ein India Pale Ale. Im Juni 2020 war es erneut mit unserem Whisky befüllt worden.

Juni 2022 · Vier weitere Fässer
Nach rund 17 Monaten mit dem ersten Fass erweiterten wir das Lager am 20. Juni 2022 um vier Fässer. Darunter waren Whisky aus Bourbon-, Jamaika-Rum- und Sauternesfässern sowie ein Rhumfass. Die unterschiedlichen Vorbelegungen ergänzten den Vergleich der Reifungsbedingungen.
Die damaligen Aufzeichnungen nennen Temperaturen um 11 bis 12 °C und eine Luftfeuchtigkeit um 99 Prozent. Das Holz des ersten Fasses quoll so stark auf, dass sich sein Innenvolumen verringerte und Inhalt austrat. Für weitere Einlagerungen mussten wir diese Besonderheit berücksichtigen.
Dezember 2022 · Ein neuer Lagerplatz
Am 29. Dezember 2022 kam ein sechstes Fass hinzu: ein 190-Liter-Fass mit rauchigem Whisky vom Jahrgang 2022 und einer Bourbon-Vorbelegung von Woodford Reserve. Gleichzeitig zogen alle sechs Fässer innerhalb der Festung an einen anderen Standort um.
Dort lag die dokumentierte Luftfeuchtigkeit bei etwa 85 Prozent. Der neue Platz war trockener und leichter zugänglich als der bisherige Fluchtstollen. Bei den Kontrollen erfassten wir Füllstand und Alkoholgehalt. Gerade der Rückgang des Alkoholgehalts zeigte, wie stark sich dieser Lagerort von anderen Standorten unterschied.

Was vom Projekt bleibt
Die Fasslagerung in der Festung ist abgeschlossen. Aus dem Projekt stammen die beiden Whisky-Abfüllungen Festung Grynau 2020 – Double Cask und Festung Grynau 2021 – Double Cask. Die jeweiligen Produktseiten dokumentieren ihre Zusammensetzung und Reifungsstufen.
Die Erfahrungen in Grynau gehören zu unserer Beschäftigung mit Fassgrösse, Vorbelegung und Lagerklima. Wie die Herstellung vor der Fassreifung abläuft, erklären wir unter «So entsteht unser Whisky». Weitere Stationen unserer Entwicklung findest Du in der Chronik der Speer-Braui.

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